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Carlo Mannelli war zeitlebens in der römischen Musikszene zuhause und konzertierte als Kastratensänger und hervorragender Geiger. - Arcangelo Corelli beispielsweise schätze ihn über alle Maßen.
Obwohl Mannelli ein sehr produktiver Komponist gewesen ist (man schätzt sein Oeuvre auf über 300 Weke), ist das meiste davon heute verschollen. Der kleinen Kantate „La Piva“ blieb dieses Schicksal erspart, dafür ereilte sie ein anderes: Sie wurde -wie so viele ihrer Schwestern- von Luigi Torchi in romantischer Harmonisierung und mit griffigem Klaviersatz im 19. Jahrhundert herausgegeben!
Die vorliegende Ausgabe ist der Versuch einer Rückführung in barocke Tonsprache. Statt der zwei Soprane des Originals wettstreiten Sängerin und Blockflöte miteinander. Die Besetzung der „Piva“ ist dagegen eher problematisch: Die Piva war ein kleiner Dudelsack, zur Weihnachtszeit pilgerten Dudelsack-Chöre vom Lande nach Rom, um an den Marienaltären ihre Aufwartung zu machen. Dieser Tradition verdanken wir das weihnachtliche Topos der Pastorale (Corelli, Manfredini, Bach); und bei Händel heißt sie sogar „Pifa“. Um jenem alten römischen Weihnachtsbrauch kreist auch die Thematik von Mannellis Kantate.
Da man nun selten einen vernünftig gestimmten Dudelsack zur Hand hat, kann die Piva-Stimme beispielsweise auf einer Truhenorgel – vom Cembalisten gleichzeitig zu bedienen – übernommen werden. Dem Einfallsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt!
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